Nach 14 Jahren pansche ich wieder . . .


Vor 14 Jahren habe ich die analoge Fotographie aufgegeben. Ich war es leid, die Nächte in der Dunkelkammer zu verbringen und dabei Ergebnisse zu erzielen, die mich nicht befriedigt haben. Es war vor allem der Print Prozess, den ich einfach nicht beherrscht habe.

Ein großer Bruch in meinem Leben machte mir die Entscheidung leichter und ich verkaufte das ganze Equipment für wenig Geld. Das Monstrum von 8×10 ” Vergrößerer habe ich verschrottet. Mea Culpa . . .

Es kamen Jahre der fotographischen Abstinenz und dann der Einstieg in die digitale Fotographie, die Entdeckung von Photoshop, der Dunkelkammer auf dem Schreibtisch. Die jahrelangen Erfahrungen mit Filmmaterial und Vergrößerer haben mich nie ganz verlassen. So bin ich nie mit hunderten von Bildern von einem shooting nach Hause gekommen, sondern ich habe mich immer beschränkt – ohne das bewußt zu tun – und ich habe viel Mühe in das Erlernen von Photoshop gesteckt, dem Ersatz für meinen Vergrößerer.

Etwas habe ich allerdings immer vermißt: den Blick durch eine Großformatkamera beim Fotographieren. Wer einmal ein Bild auf der Mattscheibe komponiert hat, dem kommen die Briefmarkengroßen Displays der Digitalkameras wie ein schlechter Witz vor.
Und ich habe den Tonwertreichtum der Negative vermißt, den Schmelz der Lichter und das Filmkorn.
Nach der Entdeckung des Wetplate Prozesses gab es plötzlich wieder eine Großformatkamera. Dann bot sich die Gelegenheit eine Hasselbladt zu kaufen, ein unerreichbarer Traum meiner jüngeren Jahre. Und nun gibt es die ersten entwickelten Filme. Photoshop ist weiterhin Ersatz für den Printprozess. Es macht saumässig Spass und die Ergebnisse gefallen mir . . .

Bisher war es 6×6 . Ich freu mich jetzt sehr auf die Bilder die mit 4×5″ und 8×10″ und auf die, die mit dem Wetplate Verfahren entstehen werden.