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Fotoreise nach Mallorca

Eine Woche Mallorca mit Andreas Jorns im April 2015.

Wie kann ich die Woche beschreiben?
Ein Workshop im besten Sinne? … das auch.
Urlaub? … das auch.
Eine kulinarische Reise? . . . das auch.
Eine Woche mit gewordenen Freunden? . . . das auch.

Ich könnte es nicht in einem Begriff zusammenfassen. Für mich war es die Möglichkeit sich mit wunderbaren Modellen, einer außergwöhnlichen Visagistin, an einer wirklich exclusiven Location, mit viel Zeit für eine Woche einer Menge fotographischer Herausforderungen zu stellen.

Die Mischung aus von Andreas vorgegebenem Rahmen, was das Modell, die Uhrzeit, der Dauer des Shootings betraf und der von uns geforderten Kreativität, diesen Rahmen auszufüllen, war genau das, was ich mir gewünscht hatte. Ich konnte an all dem konzentriert arbeiten, womit ich schon lange zu kämpfen habe, dem Umgang mit Licht, mit harten Schatten, mit Locations, die auf den ersten Blick nichts herzugeben scheinen, mit den Schwächen meiner gestalterischen Kraft und und und.

Diese Arbeit wurde stets von Andreas in einer so angenehmen Atmosphäre kritisch oder wohlwollend begleitet. Stets gab es es Rat und ernsthafte Auseinandersetzung mit den Ergebnissen.

Und es gab Annette, die uns stets das Gefühl gab, in ihrem Herzen zu sein, die uns so  sehr umsorgte und ein kulinarisches Highlight nach dem anderen zauberte.  Sie war die fruchtbare Erde, in der die gute Stimmung der Woche wuchs und gedieh. Danke Annette!

Keiner der fünf Mitstreiter kam auf hohem Roß daher. Das war so angenehm und wir alle haben gute Ergebnisse mit nach Hause genommen. Ich habe sie gesehen.

Karo, Valeriya und Katrin und Du Britta als Visagistin, ihr ward selbstverständlich die Krönung! Danke an Euch.

Fazit: eine tolle Arbeitswoche, eine super Stimmung und ein mords  Spaß!
Danke Andreas Jorns!

Hier noch ein paar Ergebnisse der analogen Bilder in Mittel- und Großformat

the print is the object of desire, not the equipment

Der Titel dieses Blogbeitrages ist ein Zitat von Albert Watson, den ich wegen seiner Bilder sehr schätze.

In den letzten Wochen bin ich mehrfach mit der Auseinandersetzung zwischen Fotographen, die analog fotographieren und solchen, die es digital tun, konfrontiert worden.

Mich hat dabei die Härte der Diskussion und die gelegentliche Arroganz der Standpunkte verwundert. Ich hatte häufig den Eindruck, diejenigen, die analog fotographieren, betrachten sich als die wahren Fotographen und diejenigen, die ausschließlich digitale Technik benutzen, schauen mit spöttischem Lächeln auf die analogen “Spinner”.

Wie ist eigentlich mein Standpunkt dazu?
Ich bin fasziniert von Licht, von Menschen und von Bildern.
Fotographie ist für mich eine wichtige Art, der Welt und anderen Menschen zu begegnen, der ich nicht widerstehen kann.Und nach so vielen Jahren bin ich immer noch darüber erstaunt, wie sehr sich das Bild, das ich aufgenommen habe, von dem unterscheidet, was ich im Moment der Aufnahme zu sehen glaubte. Es ist die Magie der Wirklichkeit. und irgendwie ist es die Suche nach der Esszenz der Dinge oder der Menschen in dem Moment, in dem ich sie fotographiere.

Mein Befinden, meine Wahl des Lichtes, der Optik, der Bildbearbeitung, meine Fähigkeit mit dem Gegenüber in Kontakt zu treten, sind so wichtig, wie die Fähigkeit des Portraitierten sich auf mich einzulassen.
Der Idealfall wäre es , die Kamera zu einem Sinnesorgan werden zu lassen, wovon ich noch so weit entfernt bin . . .

GISELA

Es ist mir egal wie ein Bild entstanden ist, das ich lange betrachte und mit dem ich mich auseinandersetze. Es ist mir egal ob es mit einer Lochkamera, einer 8×10″ Kamera, mit meiner Nikon D800 entstanden ist oder vom iphone kommt. Ich versuche, meine technischen Fähigkeiten für alle mir zur Verfügung stehenden Aufnahmegeräte zu vervollkommnen.

GISELA1

Ich habe so lange Zeit in Dunkelkammern verbracht, habe versucht den Motivkontrast bei der Negativentwicklung und beim Printen dem Dynamikumfang des Filmmaterials oder des Papiers anzupassen. Ich habe die Nächte mit stinkenden Flüssigkeiten und Rückenschmerzen irgendwann gehasst.Dabei rede ich vom Schwarz-Weiß Prozess an Verarbeitung von Farbmaterial war gar nicht zu denken, weil der Aufwand zu hoch war und die die Technik zu teuer.
Für mich war das Aufkommen der digitalen Fotographie wie eine Befreiung.
Postproduction gab es schon immer, und wie!
Man muß nur mal die guten Printer von einst und jetzt fragen, mit wie viel Aufwand sie versucht haben, die Bildergebnisse im Printvorgang zu beeinflussen. Heute ziehe ich einen Regler, um zu beurteilen, wie sich eine andere Belichtungszeit auf das Bildergebnis auswirkt, oder was eine Änderung des Kontrastes bewirkt. Was ist daran verwerflich?

meyn
Die Dunkelkammer zog in den Rechner ein und ich nutze Photoshop heute noch wie die Gerätschaften der Dunkelkammer.
Was ist unanständig an einem Photoshopfilter? Und Was ist so edel an einer Selentonung? Warum soll ich mich von meinem Equipment entschleunigen lassen? Es ist meine Entscheidung, ob ich von einem Shooting mit 10 oder mit 500 Bildern nach Hause kommen.. Und letztlich bin ich heil froh, wenn mir 2-3 Bilder eines shootings am Ende gefallen.

Entscheidend für mich ist etwas anderes. Es gibt kaum noch prints. Alles spielt sich nur noch am Rechner ab. Wir präsentieren unsere Bilder im Internet auf mehr oder weniger gelungenen Web Seiten. Ich folge auf google+ großartigen Fotographen. Aber die hundertste long time exposure einer Küstenlandschaft wird mir zu viel. Das erinnert an die Urlaubs-Dia Show von Onkel Franz am Sonntag Nachmittag . . . Alter Schwede . . !
Bein Anfertigen eines Prints findet für mich die eigentliche Entschleunigung statt. Ich muß das Bild auswählen, das es wert ist, gedruckt zu werden. Ich muß mich für eine Präsentation, also für ein Passpartout oder keines und für einen Rahmen oder keinen entscheiden. Ich muß mich für das Printverfahren entscheiden, Digital? Edeldruckverfahren?Lithographie?
und bei diesem Prozess ist es unerheblich wie das Bild enstanden ist.
Es gibt nun mal digital und damit basta und ich bin heilfroh darüber!

ari

Inzwischen besitze ich wieder analoge Kameras und arbeite mit ihnen, Mittelformat, 4×5″,8×10″, diese für Planfilm und das wetplate collodion Verfahren.
Es gab für mich nur einen Grund auf analoge Kameras zurückzugreifen. Das ist der Prozess des Fotographierens. Wer einmal auf die Mattscheibe einer 8×10″ Kamera geschaut hat, wird das denke ich verstehen.
Das Arbeiten mit dem großen Format versetzt mich in einen anderen “Fotographiermodus” Das ist wie Meditation oder wie eine Huldigung an das Sujet, das man ablichten will.

Valerya_1_Wetplate
Aber ich will auch die Freiheit haben, die tobenden Hunde im C-Modus mit Blendenautomatik bei 3200 ISO auf die Speicherkarte zu ballern.

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Also nochmals: the print is the object of desire, not the equipment